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Die Pflanzenwelt der Tatra-Region
Tatry-Fellows Natur & Umwelt Flora

Artenvielfalt unter Extrembedingungen

Glockenblume Aus geologischer Sicht ist das Gestein der Tatra nicht einheitlich aufgebaut. Entsprechend der geologischen Gliederung bildet die West-Tatra (Roháce, Sivý vrch, Osobitá, Cervené vrchy) mit der Ost-Tatra (Belaer-Tatra) eine natürliche Gebirgseinheit, bestehend aus mesozoischen Sedimenten (Kalksteine und Dolomiten mit Schiefern). Dahingegen finden sich im Bereich der Hohen-Tatra vorwiegend Granite (sogenannte biotische Granodioriten). Im Ergebnis verfügen daher die Kalksteinböden der West- sowie der Belaer-Tatra über eine besonders reichhaltige und farbenfrohe Pflanzenwelt.

Der einst in den Montanzonen anzutreffende Buchenbestand ist nur noch an wenigen Stellen der Belaer-Tatra vorzufinden und wurde weitgehend durch Fichtenmonokulturen, Tannen und Kiefern ersetzt, die bis in eine Höhe von ca. 1.500 m ausgedehnte Nadelwälder bilden. Vereinzelt kommen auch noch Lärchen und in höheren Lagen Birken, Ebereschen und verschiedene Weidenarten vor. Die wenigen verbliebenen Laubbaumbestände aus Buche und Ahorn in der Belaer-Tatra rings um Tatranska Kotlina, Zdiar und Javorina bilden in den Herbstmonaten eine farbenprächtige und sehenswerte Kulisse.

Die Waldgrenze variiert zwischen 1.550 bis 1.650 m, wobei diese oft durch zivilisatorische Eingriffe (Rodungen) herabgesetzt wurde.

Kamenstá dolina Innerhalb der Waldzone gedeihen überwiegend niedrige Heidel-, Preiselbeerstauden, Sträucher und Pilze. Auf Waldlichtungen und Bergwiesen finden sich zur Frühjahrszeit Krokus und Primeln. Ab Juni auch Fingerhut, Knabenkraut, Türkenbund, Frauenschuh sowie andere Orchideenarten. Im Spätsommer bis zum Herbst beherrschen dann Hahnenfußgewächse und Butterblumen diese Areale. Zudem kommen auf den Wiesen daneben auch Kornblumen, Glockenblumen, Gladiolen (Schwertlilie), Kamille, Stiefmütterchen und eine Vielzahl von Gräßern vor.

Im Bereich der oberen Waldgrenze wächst die Zirbelkiefer, ein für die Tatra charakteristisches Nadelgehölz, welches früher zur Gewinnung des "Zirbelkieferöls" verwendet wurde. Da dieser Tinktur besondere Heilkraft zugesprochen wurde, führte die extensive Rodung des Gehölzes zu einer sehr starken Dezimierung des Bestands.

In der subalpinen Zone löst sich der geschlossene Wald in einzelne Baumgruppen auf und geht in das niedrigwachsende Krummholz über, worin vereinzelt noch Birken, Ebereschen und Weiden anzutreffen sind.

Geröllkegel am Prielom Ab einer Höhe von 1.800 m finden sich unterbrochen von Gesteinsschutt Hochgebirgswiesen und Graßflächen. Oft befinden sich auf diesen Vegetationsoasen auch noch kleine Bestände an Krummholz. Diese gehen dann ab 2.300 m in eine karge Felslandschaften über, in deren Umfeld jedoch noch über hundert Arten blühender Pflanzen angesiedelt sind. Der bekannteste Vertreter dieser Hochgebirgspflanzen dürfte das charakteristische Edelweis (Leontopodium alpinum) sein, dass als Königin der alpinen Pflanzenwelt gilt. Auch die Alpenaster (Aster alpinus), der punktierte Enzian (Gentiana punctata) sowie verschiedene Glockenblumenarten kommen in dieser Vegetationszone noch häufig vor.

Selbst im Bereich der Gipfel, der Geröll- und Gesteinshalden finden sich noch vereinzelt Vertreter der Pflanzenwelt, jedoch vorwiegend Scharfmoose und Flechten.
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