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Die Tierwelt der Tatra-Region
Tatry-Fellows Natur & Umwelt Fauna

Tatra-Murmeltier (Marmota marmota latirostris)

Dieser typische Vertreter der Tatra-Hochgebirgsfauna wird im deutschen Sprachraum auch gelegentlich als Bergmännle, Mankel, Murmandl oder Murmel bezeichnet und ist in den Karpaten heimisch. Das Murmeltier ist ein tagaktives Nagetier das in Sippen lebt und über ein stark entwickeltes Sozialleben verfügt. Im Mittelpunkt dieser Familiensippen steht ein adultes Murmeltier-Pärchen, das gemeinsam mit seinem Nachwuchs verschiedener Jahrgänge lebt. Die Jungtiere bleiben zwischen 2 und 3 Jahren in der Obhut der Eltern, wobei sich größere Gruppen mit bis zu 20 Sippenmitgliedern bilden können.

Hierbei besiedelt das "alpine Murmeltier" (Marmota marmota) vor allem die Alpen, den Schwarzwald sowie den Bayerischer Wald. Das Tatra-Murmeltier (Marmota marmota latirostris) ist dahingegen in den Karpaten beheimat und besiedelt Almen und offenes Felsgelände oberhalb der Waldgrenze.

Murmeltier Der Körperbau des Murmeltiers ist gedrungen und kräftig. Es erreicht eine Körperlänge von bis zu 50 cm. Die Pfoten sind kräftig und mit Grabklauen ausgestattet. Die Fellfärbung reicht von aschgrau bis zu rötlich gelb, wobei die Kopfoberseite dunkler, die Schnauze heller gezeichnet ist. Juvenile Murmeltiere haben in der Regel ein flauschiges Fell, welches mit zunehmenden Alter struppig erscheint. Das Körpergewicht variiert sehr stark abhängig von der Jahreszeit. Im Vorfeld des Winterschlafes erreicht das durchschnittliche Körpergewicht der männlichen Tiere ca. 4.540 Gramm und das der weiblichen etwa 4.355 Gramm. Nach Beendigung des Winterschlafes nach ca. 6 Monaten beträgt das durchschnittliche Gewicht nur 2.900-3.000 Gramm.

Das Murmeltier legt in einer Tiefe zwischen 1,5 - 7 Metern bis zu 10 m lange Erdhöhlen mit Wohnkessel, Vorrats- und Schlafröhren, die durch ein kompliziertes Netz von Gängen miteinander verbunden sind und in denen sie sich äußerst flink und gewandt bewegen können.

Es ernährt sich von verschiedenen Gräßern, Wiesenkräutern, Wurzeln, Blüten, Samen und diversen Früchten.

Die Ranzzeit dauert von April bis Mail. Nach 5 Wochen werden 2-6 nackte und blinde Jungen geboren, die im 2. Jahr ausgewachsen sind. Die Lebenserwartung eines ausgewachsenen Murmeltiers beträgt zwischen 15 - 18 Jahren.

Im 18. Jahrhundert setzte sich in breiten Bevölkerungskreisen die Überzeugung durch, dass Murmeltierfett ein wirksames Mittel gegen vielerlei Krankheiten, Schmerzen und Gebrechen ist. Da die Nachfrage nach diesem "Wundermittel" sehr hoch war, wurden die Murmeltierbestände auf dem Gebiet der Tatra stark dezimiert, so dass bereits 1868 ein Jagdverbot erlassen wurde.
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