Die Tatra-Gemse (Rupicapra rupicapra tatrica), das Symbol des Tatra-Nationalparks, lebt sowohl in der West-, der Hohen- als auch in der
Belaer Tatra. Hierbei handelt es sich um eine Unterart, die nicht unmittelbar den vorhandenen 11 Arten dieser Hochgebirgsspezies
zugeordnet werden kann, sondern sich vielmehr isoliert nach dem Ende der letzten Eiszeit entwickelte. Im ausgewachsenen Zustand verfügt
die Gemse über eine Körperlänge von 75-85 cm bei einer Körperhöhe von 70-90 cm und einem Gewicht von 24-36 kg.
Beide Geschlechter verfügen über eine gekrümmtes Gehörn. Der Lebensraum der Tatra-Gemse befindet sich im Bereich der
alpinen Wiesen auf den Bergsteilhängen in einer Höhe oberhalb von 1.700m. Ältere Böcke leben als Einzelgänger,
während weibliche Tiere (Geis) sowie ihre Jungen kleinere Herden bilden. Die Paarungszeit liegt im November, wobei die Tragzeit bis
Juni dauern kann.
Trotz des scheuen Wesens der Gemsen haben sich diese an die Begegnungen mit dem Menschen gewöhnt, so dass sich einzelne Exemplare oder
ganze Herden von den Touristensteigen beobachten lassen. Gelegenheit hierzu findet man vorwiegend in der Umgebung der Bergbaude Téryho-chata
sowie im Umfeld der Gebirgsseen Dlhé-pleso und Capie-pleso.