Kaum ein anderer Hochgebirgsgipfel
besitzt für das nationale Empfinden der Slowaken eine solche Bedeutung wie der im westlichen
Teil der Hohen-Tatra befindliche Kriváň (dt. Krummhorn). Der Gipfel ist
seit Generationen ein nationales Symbol der Slowaken in ihrem Streben nach Freiheit und nationaler
Identität.
So ist es kaum verwunderlich, dass sich um den am Ende eines langgestreckten Kamms steil emporragenden
Gipfel eine Vielzahl von Sagen, Legenden und Geschichten ranken, die fester Bestandteil der
nationalen Kultur und Kunst sind.
Die charakteristische Form des nach 3 Seiten völlig freistehenden, markant abfallenden Gipfelhorns
ist bereits vom weiten aus der Liptau erkennbar und steht im Kontrast zu der milden Erscheinungsform
der West-Tatra und den Gipfelspitzen des östlichen Teils der Hohen-Tatra. Zwar zählt der Krivan
nicht zu den höchsten Gipfeln der Tatra, dennoch bestimmt er als beherrschende Dominante den westlichen
Teil der Hohen-Tatra. Vom Gipfel zweigen mehrere Seitenkämme sternförmig ab, wobei der südwestliche
Kamm zunächst steil zum Bergsattel Priehyba und dann mäßig über
die Krummholzzone talwärts abfällt.
Die ehemalige
Schutzhütte "Chata kpt. Rašu", deren zerstörte Fundamente noch immer in Nähe
der Weggabelung des rot bzw. grün markierten Wanderwegs sichtbar
sind, ist Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Gipfel. Zunächst
folgt man dem rot bzw. grün markierten Waldweg oder
entlang der Straße in Richtung Podbanské bis zum Forsthaus Tri Studničky (dt. Drei Brunnen). Hier weiter auf dem
grün markierten Waldsteig ,
in mehreren Kehren teilweise steil ansteigend, durch den Krummholzgürtel
bis unterhalb der Kammspitze "Vyšne Priehyba" (1.982 m), von wo aus der Bergsteig dem Kammverlauf der Priehyba
folgt, diesen jedoch verlässt, um die südliche Flanke zu queren
und sich unterhalb des "Malý Kriváň" (dt. Kleiner Krivan) mit dem
vom Bergsee "Jamské pleso" kommenden blau markierten Bergsteig
zu vereinigen. Auf dem blau markierten Bergsteig über
steile Felsstufen in Kehren bis zur Kammspitze "Malý Kriváň",
weiter entlang des Kamms bis zum Bergsattel "Daxnerovo sedlo". Nun folgt
der Weg links versetzt unterhalb des Südgrats über
mehrere Felsstufen und Rinnen bis zum Gipfel.
Der Rückweg erfolgt bis zur Weggabelung unterhalb des "Malý Kriváň" auf
gleicher Route. Weiter auf dem blau markierten Steig ,
entlang des südlichen Kamms bis zum Bergsee "Jamské pleso".
Ab dem Bergsee "Jamské pleso" ist die Rückkehr auf
dem rot markierten Wanderweg in
Richtung Štrbské Pleso oder Podbanské möglich (Tatramagistrale).
Anforderungen/Schwierigkeitsgrad
Die Tour
ist bis unterhalb des Bergsattels "Daxnerovo sedlo" (Weggabelung mit grüner
bzw. blaue Wegmarkierung) gut markiert. Der Aufstieg zum Sattel und bis
zum Gipfel ist ausreichend markiert, wobei im letzten Abschnitt unterhalb des Gipfels
die Orientierung teilweise schwierig ist. Im Abstieg ab dem Sattel "Daxnerovo sedlo"
unbedingt dem blau markierten Steig folgen, da die Abkürzung über
den Geröllhang (ausgetretener Steig) unzulässig ist.
Der Aufstieg ist anstrengend und erfolgt auf teilweise steil verlaufenden naturbelassenen
Gebirgssteigen, deren Zustand Trittsicherheit und geeignetes Schuhwerk
voraussetzen. An mehreren exponierten Stellen und Gesteinsstufen ist die
Zuhilfenahme der Hände in kurzen Kletterabschnitten erforderlich,
wobei jedoch keine Seilsicherung notwendig ist. Achten Sie auf Stein- und
Geröllabgänge. Auf ausreichende Ausstattung
für Hochgebirgswanderer ist zu achten (Trinkwasser, Erste-Hilfe-Set,
Bekleidung).
Aufgrund der Lage können sich während des Auf- bzw. Abstiegs
sehr schnell Gewitterlagen entwickeln, die einen Abbruch der Unternehmung
erfordern!
Auf dem Gipfel besteht beim Verlassen der markierten Steige an einigen
Stellen Absturzgefahr!
Saisonale
Zugangsbeschränkungen
nur während
der Sommersaison vom 15.06. - 31.10. zugänglich
bewirtschaftete
Rast- und Schutzhütten
- keine
weitere
touristische und alpine Unternehmungen
- Bergsee "Jamské pleso"
- Partisanen-Bunkeranlagen während des SNP
Entlang der Straße 537 zwischen Štrbské
Pleso und Podbanské befinden sich mehrere Parkmöglichkeiten in Haltebuchten, die
teilweise bewacht und gebührenpflichtig sind. Ebenso sind mehrere Bushaltestellen an den
touristischen Kreuzungspunkten vorhanden. Bedarfsweise erfolgt die Rückfahrt mit öffentlichen
Verkehrsmitteln oder Taxi.